Chlamydien und Mykoplasmen positiv – was nun?

Heute gibt es einen Gastbeitrag von der lieben Mara von emilundseine der sicher für den ein oder anderen sehr interessant ist:

 

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, haben wir die Diagnosen Chlamydien und Mykoplasmen positiv erhalten. Vorweg: Es geht allen Tieren soweit gut.

Dennoch möchte ich gerne einen Beitrag aus Liebhabersicht zum Thema verfassen, da ich den Eindruck habe, es gibt nicht viel zu der Thematik aber es ist vielleicht für viele interessanter als man denkt.   Ich hatte persönlich auch nie so einen Erreger im Kopf, wenn ein Tier mal eine Lungenentzündung hatte oder ein anderes mal eine Augenentzündung. Doch jetzt waren plötzlich direkt drei Tiere auf einmal betroffen und mein Gefühl sagte mir sofort, ein Abstrich muss vor irgendeiner Behandlung her. Dieses Gefühl wurde mir von befreundeten Haltern, Züchtern und einigen Tierärzten sofort positiv bestärkt. Doch mit dem Beschluss fängt auch direkt das Rattern an:

Was ist, wenn wir es haben?
Woher haben wie es, woher kann man es überhaupt bekommen? Wenn wir es haben, wer weiß, wie lange schon? Wären Chlamydien oder Mykoplasmen schlimmer? Was ist im Falle eines Falles zu tun? Und so weiter und so fort.

Eine Frage konnte man eigentlich direkt beantworten: das woher – denn eine richtige Antwort gibt es nämlich nicht. Es kann einfach überall her sein, Futter, Wiese, ein Tier hat es mitgebracht, wer weiß wann, vielleicht sogar das erste?

Lange Rede kurzer Sinn: die Frage nach dem woher stellt man sich zwar, aber sie ist einfach nicht zu beantworten, wie man das evtl. sich erhofft.

Dann die Frage, was ist wenn man es hat. Die ist auch einfach zu beantworten: dann ist es im Bestand und zwar mindestens so lange, bis das letzte Tier stirbt. Es klingt unheimlich hart, aber es ist leider so. Das bedeutet aber nicht, dass jetzt alle Tiere schnell sterben werden. Nein. Es kann auch durchaus sein, dass sie alle bis auf die aktuelle Bindehautentzündung stille Träger bleiben. Das wäre natürlich schön.

Nun, was ist schlimmer, Chlamydien oder Mykoplasmen? Auch diese Frage beantwortet sich in meinen Augen relativ einfach, immer natürlich als Halter und Laie betrachtet: Mykoplasmen sind das schlimmere Übel, wenn es zu Schüben und Co. kommt.

Im Gespräch heute mit der Tierärztin haben wir das ganz grob mit E.C. “verglichen”. Es kann zu Schüben kommen, muss aber nicht. Die Tiere können auch stille Träger sein. Davon ist allerdings auszugehen, auch wenn nur drei von acht getestet sind. Es kann sein, dass z.B. die Chlamydien bei Stress ausbrechen, ähnlich wie bei einem Pilz. Es ist möglich, dass sich das immer auf die Bindehautentzündung beschränkt. Bei den Mykoplasmen sieht es anders aus. Diese können auch auf die Atemwege gehen. Hier kamen mir dann natürlich die nächsten Fragen: Hat Aryas Atemgeräusch was damit zu tun (Herz US und Lungenröntgen waren o.B.)? Kam Bellas plötzlicher Tod im letzten Sommer durch die Mykoplasmen, da man ja auf dem Röntgen sah, dass die Lunge was hat, aber kein Medikament gewirkt hat? Fragen, die im Nachhinein natürlich keiner beantworten kann, vor allem in Bellas Fall nicht, aber sollten wir wieder ein Schwein mit Atemproblemen haben, werden diesmal natürlich die Mykoplasmen mit ins Bild genommen. Ob man dann was behandeln kann, steht natürlich weiterhin in den Sternen. Aber man spart Zeit, da man keinen Abstrich mehr nehmen muss.

Letzten Endes war die Frage nach dem schlimmeren Erreger für uns hinfällig, da wir beide hatten. Klar, wieder Jackpot. Aber wir versuchen einfach das Beste daraus zu machen.

In unserem speziellen Fall bedeutet es aktuell täglich 3mal 10 Augen mit antibiotischer Salbe über 8 Tage behandeln. Außerdem nach jedem Kontakt mit dem Tier gut die Hände waschen. Letzteres ist aber eh schon immer so gewesen und sollte selbstverständlich sein.

Mit meiner Erfahrung kann ich also hier schlichtweg eins empfehlen: habt immer solche Erreger im Hinterkopf und lasst lieber bei Auffälligkeiten gerade am Auge oder in den Atemwegen einen Abstrich nehmen. Auch im Hinblick auf den Bestand. Denn das hat das Ergebnis bei uns jetzt ergeben, eine Bestandserweiterung wird es nicht geben, da sich ein neues Tier dann ja auch wieder über die Körperflüssigkeiten ansteckt.

Hier ist auch noch ein guter Artikel zu dem Thema Mykoplasmen:

zum Artikel

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